Knigge international: Italien

Folge 6: #Benimmregeln für Italien
SATZGEWINN erklärt die 8 wichtigsten Regeln

Deutschland ist aufgrund traditionell enger Wirtschaftsbeziehungen der größte Handelspartner Italiens. Mehr als 104 Milliarden Euro wurden 2014 bilateral umgesetzt. Fast 13 Prozent des italienischen Exports gehen nach Deutschland. Umgekehrt kommen rund 15 Prozent der eingeführten Waren aus Deutschland. In allen Ballungsgebieten, wie im Großraum Köln, unterhalten oder entwickeln Wirtschaftsunternehmen wichtige Beziehungen zu italienischen Firmen. Weltweit einzigartige kulturelle Verbindungen mit vielen gemeinsamen Institutionen bestehen zwischen beiden Ländern. Bei den Sitten und Gebräuchen gibt es allerdings Unterschiede, die nicht überall geläufig sind.

Hinweise und Tipps

Geschäftsreisende nach Italien sollten eine Reihe von Verhaltensregeln verinnerlichen, um nicht unnötig in „Fettnäpfchen“ zu treten. Einige der folgenden Tipps helfen weiter.

Vorbereitung der Reise

Wie bei allen Reisen ist es zweckmäßig, sich vorab über Höflichkeitsformen im Land der Gastgeber und der Gesprächspartner zu informieren. Respekt vor und Interesse an der Tradition und Kultur zählen in Italien. Wer Vokabeln oder Sätze in der Landessprache einbringen kann, überrascht seine Gegenüber angenehm. Zur Vorbereitung gehört die Frage, wie sprachliche Barrieren überwunden werden sollen. Oft entsprechen die gegenseitigen Sprachkenntnisse nicht den Erfordernissen – wenn die Reise nicht gerade ins deutschsprachige Südtirol geht. Selbst mit Englisch klappt es oftmals nicht zufriedenstellend. Sind komplexe Sachverhalte oder technische Details zu erörtern, kann die Begleitung durch spezialisierte Übersetzer oder Dolmetscher sinnvoll sein. Zweisprachige Unterlagen (Präsentationen, Berichte, Dokumentationen oder Vertragsentwürfe) für die Gespräche mitzuführen, verbessert das wechselseitige Verständnis und trägt zur Vereinfachung bei. Übersetzungsbüros in Deutschland sind auf solche Dienstleistungen bestens eingerichtet. Bei Bedarf stellen sie die Verbindung zu einem Übersetzer im Gastland her.

Stil und Bekleidung

Italienerinnen und Italiener legen Wert auf Eleganz. Sie bevorzugen stilvolle Bekleidung und Verhalten. Nur Touristen tragen in italienischen Innenstädten T-Shirt und Shorts. Socken in Sandalen sind wie in anderen Ländern ein Tabu. Für Herren sind lange Hose und Hemd in der Öffentlichkeit obligatorisch. Ein Italiener weicht davon selbst bei großer Hitze nicht ab. Beim Besuch von Kirchen sind Knie und Schultern bedeckt.

Pünktlichkeit

Selbst wenn Italiener mit der exakten Einhaltung von Terminen gelassener umgehen, wird von Deutschen in der Regel Pünktlichkeit erwartet. Im Geschäftsleben tolerieren unsere südlichen Nachbarn höchstens kleine Verspätungen. Im Gegensatz dazu gehen sie bei privater Einladung fest davon aus, dass Gäste etwa 15 Minuten später kommen. Eine Einladung abzulehnen, ist übrigens unhöflich.

Begrüßung, Anrede und Gastgeschenk

Die Begrüßung zwischen Geschäftspartnern erfolgt per Handschlag. Lediglich gute Geschäftsfreunde umarmen und küssen sich. Der Kuss erfolgt eher angedeutet, zunächst die rechte, dann die linke Wange. Um nicht als distanziert oder unterkühlt zu gelten, sollte dieses Ritual – wo es üblich ist – akzeptiert werden. Auf die Anrede mit Titel legen Italiener großen Wert. Wer studiert hat, ist als „Dottore“ oder „Dottoressa“ anzusprechen. Ist der Name nicht bekannt, genügt zunächst „Signore“, „Signora“ oder bei jungen Frauen „Signorina“. Typische Genuss- oder Nahrungsmittel aus der Heimat sind als Gastgeschenk gern gesehen. Wein aus Baden, Hochprozentiges aus der Region, Schokolade aus Köln oder ein Blumenstrauß für die Damen sind immer passend. Chrysanthemen sind in Italien ausschließlich Grabschmuck und kommen keinesfalls in Betracht.

Essen, Trinken und Restaurantbesuch

Im Restaurant werden Gäste durch den Kellner platziert. Üblicherweise wählen Italiener komplette Menüs mit kleineren Gerichten, „Primi Piatti“ als erstem Gang (oft Nudeln) und dem Hauptgericht „Secondi Piatti“ (meist Fleisch oder Fisch). Anschließend kommt noch ein „Dolci“, die Nachspeise, in Betracht. Zum Schluss wird ein Kaffee, in der Regel ein Espresso, gereicht. Italienerinnen und Italiener trinken Cappuccino nur zum Frühstück. Sie sind stolz auf ihre vielfältige, abwechslungsreiche Küche und freuen sich über ein Lob.Die Rechnung gilt für den ganzen Tisch. Einzelrechnungen sind unüblich. Gegebenenfalls muss die Summe am Tisch zusammengelegt werden – eine Person bezahlt. Enthalten ist das „Coperto“ für Service und Brot. Zusätzliches Trinkgeld wird normalerweise nicht erwartet. Bei besonderer Zufriedenheit kann dem Personal eine kleine Anerkennung hinterlassen werden. In Hotels sind etwa fünf Euro pro Woche für Zimmermädchen zu veranschlagen. Das Mittagessen beginnt gegen 13 Uhr und geht bis in den Nachmittag. Dafür arbeiten Italiener bis in den Abend hinein. In der Mittagszeit bis 15 Uhr irgendwo anzurufen, ist unerwünscht. Ab 20 Uhr gibt es ein ausführliches Abendessen und viel Zeit für Konversation.

Small Talk

Mit dem lockeren Gespräch über die Familie liegen Gäste in Italien richtig. Darüber hinaus wird gern über die Schönheit historischer Kunstschätze und der architektonischen Bauwerke gesprochen. Das gilt auch für Essen und Sport. Tabu sind Themen wie das wirtschaftliche Gefälle im Land, Südtirol oder im Süden die Mafia. Neben den rein geschäftlichen Angelegenheiten kommt dem Aufbau eines Vertrauensverhältnisses große Bedeutung zu. Entscheidend kann die Überwindung von sprachlichen Hindernissen sein. Im Vorteil ist, wer ausreichend Sprachkenntnisse oder einen Übersetzer zur Verfügung hat.

Verhalten in der Öffentlichkeit

In Italien existiert ein strenges Rauchverbot. In einigen Städten ist Rauchen selbst im öffentlichen Raum zum Schutz der Kinder und Schwangeren nicht gestattet. Raucherplätze sind einzuhalten. Sogar für Strände gibt es umfangreiche Regelungen und drakonische Strafen bei Fehlverhalten. Dazu zählen hüllenloses Baden, das Reservieren von Liegeplätzen oder Campen. Besondere Regelungen gelten in vielen weiteren Bereichen. Picknick an historischen Plätzen oder das Autofahren sind zwei Stichworte. Reisende sollten sich gut informieren.

Fazit

Neben allgemeinen Höflichkeitsregeln sind für Geschäftsreisende die spezifischen Besonderheiten in Italien wichtig. Erfolgreiche Verhandlungen hängen nicht selten von Äußerlichkeiten oder dem ersten Eindruck ab. Manch gute Geschäftsbeziehung gründet zunächst auf der Sympathie der beteiligten Personen. Neben der Berücksichtigung der formalen Regeln spielt der Abbau sprachlicher Hindernisse eine entscheidende Rolle. Dolmetscher und Übersetzer unterstützen im Vorfeld der Reise und während des Aufenthaltes in Italien. Qualifizierte  Übersetzungsbüros stehen in Städten wie Köln parat, wenn Protokolle, Verträge und weitere Papiere nachzubereiten sind.