Renaissance des Dialekts – Teil 2

Der Feind hört mit, versteht aber nichts

Dialekt sprechen, das hat im Informationszeitalter auch eine Datenschutz-Komponente: Wer befürchtet abgehört zu werden, der wechsele einfach in seine Mundart. Historische Beispiele dafür gibt es einige, zum Beispiel die Navajo-Indianer, deren Sprache im Zweiten Weltkrieg von den Amerikanern als Code verwendet wurde. Ein Code, der von den Japanern nicht zu knacken war. Die Iren hingegen sprachen während ihres jahrhundertelangen Konflikts mit der englischen Krone untereinander Gälisch, sobald ein Engländer in der Nähe war. So mochte der Feind zwar mithören, aber er verstand nichts.

„Die Kuh ist über die Fence gejumpt“

„Stinkkatze“ (Stinktier) oder „Luftschiff“ (Flugzeug) sind zwei Begriffe aus dem Texas-Deutschen, einem der exotischsten Dialekte, in den weit mehr englische Begriffe eingeflossen sind als in das der übermäßigen Anglisierung latent verdächtige Hochdeutsche: „Die Kuh ist über die Fence gejumpt“, ein texas-deutscher Satz. Der Dialekt entstand in der Abgeschiedenheit von Zentral-Texas, wo sich zahlreiche deutsche Auswanderer niedergelassen hatten. Ende des 19. Jahrhunderts sprachen mehr als hunderttausend Menschen Texas-Deutsch. Heute sind es noch wenige tausend, und es ist abzusehen, dass Texas-Deutsch bald ausstirbt. Dasselbe Schicksal droht dem Zimbrischen, einer bairischen Mundart, die nur noch in dem italienischen Dorf Lusern gesprochen wird. Der Dialekt war vor hunderten Jahren von bayerischen Einwanderern in die italienischen Berge gebracht worden und hat sich dort erhalten, obwohl er zeitweise als „Barbarensprache“ verboten und verpönt war.

Langobardisch, der älteste Dialekt

Längst ausgestorben ist das Langobardische, ein ebenfalls im Gebiet des heutigen Italien gesprochener Dialekt, den der deutsche Stamm der Langobarden eingeführt hatte. Gesprochen wird Langobardisch nicht mehr, aber Sprachwissenschaftler beschäftigen sich immer noch damit, da Langobardisch der älteste deutsche Dialekt ist. Auf Langobardisch verfasste Dokumente aus dem 7. Jahrhundert sind erhalten. Die meisten anderen deutschen Dialekte lassen sich allenfalls ins 8. bis 10. Jahrhundert zurückverfolgen.

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