Knigge international: Schweden

Folge 7 # Benimmregel für Schweden

Das Übersetzungsbüro SATZGEWINN erklärt die 6 wichtigsten Regeln

Die Schweden sind ein sehr friedliches Volk, das anderen Menschen und Fremden den Tritt in kleine Fettnäpfchen meist auf tolerante Weise verzeiht. Dennoch gibt es einige Stolperfallen – auf Schwedisch trampa i klaveret – die man beachten sollte, um größere Fauxpas zu vermeiden.

 

Besserwisser? Besser nicht.

In Schweden sind Besserwisser und solche Menschen, die sich gern in den Vordergrund drängen, nicht gern gesehen. Das hat vor allem mit der sozialdemokratischen Vergangenheit des Landes zu tun, aber auch das Jantegesetz spielt hier eine Rolle. Dieser Verhaltensgrundsatz heißt es nicht gut, sich besser oder klüger als seine Mitmenschen darzustellen. Schweden sind anderen Menschen gegenüber generell vorsichtig und zurückhaltend. Man fällt anderen nicht ins Wort oder lässt sie spüren, dass man sich in irgendeiner Weise überlegen fühlt – das gilt für den Arbeitsplatz ebenso wie fürs Privatleben. Wer sich in Bescheidenheit übt, kommt in Schweden auf alle Fälle besser an als ein Besserwisser.

Schuhe ausziehen nicht vergessen!

Vor dem Betreten eines schwedischen Hauses oder einer schwedischen Wohnung müssen die Schuhe ausgezogen werden. Dabei ist es egal, aus welchem Grund man ein schwedisches Heim betritt. Die Regel gilt bei privaten Einladungen genauso wie für den Handwerker, der etwaige Reparaturen im Haus durchführt. Auch umgekehrt wird ein Schuh daraus: In Schulen, Arztpraxen oder manchen öffentlichen Einrichtungen müssen die Schuhe draußen bleiben. Hier gibt es als Alternative allerdings blaue Überzieher, die über die Schuhe gezogen und später entsorgt werden können. Manche Schweden nehmen bei Einladungen dicke Socken mit, um gegen kalte Füße gewappnet zu sein, und viele Menschen in Schweden bewegen sich im eigenen Heim bevorzugt mit nackten Füßen.

Etikette im Restaurant

Restaurants sind in Schweden relativ teuer, weshalb meist eine gehobene Atmosphäre herrscht. Jacken und Taschen werden an einer Garderobe abgegeben, damit es am Tisch nicht zu eng wird. Auch hier findet die schwedische Zurückhaltung Anwendung, denn man macht dezent auf sich aufmerksam, um die Bedienung zu rufen. Kehrt man als Teil einer Gruppe ein, zahlt eine Person die gesamte Rechnung, welche anschließend unter allen Beteiligten aufgeteilt wird. Trinkgeld ist erst seit gut zehn Jahren üblich und wird zwar angenommen, aber nicht erwartet; 5 – 10 % sind hier die Norm.

Duzen in Schweden

In Schweden wird geduzt. Was sich anfangs für viele Fremde und Übersetzer für Schwedisch als gewöhnungsbedürftig erweist, ist in Schweden ganz normal. Das heißt nicht, dass man sich gleich nach dem Kennenlernen mit dem Vornamen anredet – das kommt erst später, wenn man sich etwas besser kennt, oder wenn sich die andere Person von vornherein mit dem Vornamen vorstellt. Nur bei Mitgliedern des Königshauses wird eine Ausnahme gemacht, denn diese werden in der dritten Person angesprochen. Diese Art der Kommunikation mag für manche Touristen, Austauschstudenten oder Übersetzer für Schwedisch etwas befremdlich wirken, bewirkt allerdings ein freundliches, respektvolles Miteinander.

Vorsicht mit Parfüms

Bis vor circa zehn Jahren war es in Schweden genauso gebräuchlich wie im restlichen Europa, Parfüms und andere Düfte zu verwenden. Durch den Einsatz von Interessenverbänden, Allergikern und Asthmatikern änderte sich das jedoch so grundlegend, dass einem heutzutage die Behandlung durch einen Arzt verwehrt werden kann, wenn man zu stark parfümiert zu einem Termin erscheint. Neben Ärzten gibt es inzwischen auch eine steigende Anzahl von Hotels, Restaurants und Kinos, die den Gebrauch von starkem Parfüm verbieten. Auch bei privaten Einladungen sind süßliche oder schwere Parfüms selten willkommen. Es empfiehlt sich, mit Düften äußerst sparsam umzugehen oder am besten ganz darauf zu verzichten.

Eine Frage des Charmes

Es kann durchaus passieren, dass Sie unwissentlich gegen die hier aufgeführten schwedischen Sitten und Bräuche verstoßen. Dann kommt es darauf an, wie Sie damit umgehen. Ist man aus Unwissenheit ins Fettnäpfchen getreten und löst man die Situation mit Charme und sympathischem Auftreten, kommen einem die Schweden sicherlich mit Nachsicht und Freundlichkeit entgegen.

Weitere Ausgaben unsere Knigge-international-Reihe gibt es auch für Italien, Russland, die USA, Frankreich, Spanien und Japan. Und wenn Sie vor Ihrer Schwedenreise etwa eine beglaubigte Übersetzung eines Arztberichtes benötigen, kontaktieren Sie uns.