Wort des Jahres: Die Top 3 von 1971 bis heute
Von „aufmüpfig“ über „Besserwessi“ und „Teuro“ bis zu „Zeitenwende“ und „KI-Ära“: Die Wörter des Jahres erzählen ein Stück deutscher Zeitgeschichte.
Hier findest du die jeweils drei Erstplatzierten von 1971 bis heute.
| Jahr | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
|---|---|---|---|
| 1971 | aufmüpfig | Junktim | Umweltschutz |
| 1977 | Szene | Terrorismus, Terrorist | Sympathisant |
| 1978 | konspirative Wohnung | die Grünen | Geisterfahrer |
| 1979 | Holocaust | Boat people | Nachrüstung |
| 1980 | Rasterfahndung | Asylant | Instandbesetzer |
| 1981 | Null-Lösung | Sommertheater | (rett)bar |
| 1982 | Ellenbogengesellschaft | Wende | Mitte |
| 1983 | heißer Herbst | Volksaushorchung | Zündi |
| 1984 | Umweltauto | Formaldehyd | Neidsteuer |
| 1985 | Glykol | SDI | Eureka |
| 1986 | Tschernobyl | Havarie | Super-Gau |
| 1987 | Aids, Kondom | Perestroika, Glasnost | Waterkantgate |
| 1988 | Gesundheitsreform | Robbensterben | Kälbermastskandal, Atommüllskandal |
| 1989 | Reisefreiheit | BRDDR | Montagsdemonstrationen |
| 1990 | die neuen Bundesländer | vereintes Deutschland | 2+4-Gespräche |
| 1991 | Besserwessi | abwickeln | Kurzarbeit Null |
| 1992 | Politikverdrossenheit | Fremdenhass | Rassismus |
| 1993 | Sozialabbau | Standort Deutschland | Blutskandal |
| 1994 | Superwahljahr | Jackpot | Unwort |
| 1995 | Multimedia | Eurogeld | Kruzifixurteil |
| 1996 | Sparpaket | Haushaltslöcher | Lohnfortzahlung |
| 1997 | Reformstau | Ruck durch Deutschland | Bildungsmisere |
| 1998 | Rot-Grün | Viagra | neue Mitte |
| 1999 | Millennium | Kosovokrieg | Generation @ |
| 2000 | Schwarzgeldaffäre | BSE-Krise | Greencard |
| 2001 | der 11. September | Anti-Terror-Krieg | Milzbrandattacke |
| 2002 | Teuro | PISA-Schock | Jahrtausendflut |
| 2003 | das alte Europa | Agenda 2010 | Reformstreit |
| 2004 | Hartz IV | Parallelgesellschaften | Pisa-gebeutelte Nation |
| 2005 | Bundeskanzlerin | Wir sind Papst | Tsunami |
| 2006 | Fanmeile | Generation Praktikum | Karikaturenstreit |
| 2007 | Klimakatastrophe | Herdprämie | Raucherkneipe |
| 2008 | Finanzkrise | verzockt | Datenklau |
| 2009 | Abwrackprämie | kriegsähnliche Zustände | Schweinegrippe |
| 2010 | Wutbürger | Stuttgart 21 | Sarrazin-Gen |
| 2011 | Stresstest | hebeln | Arabellion |
| 2012 | Rettungsroutine | Kanzlerpräsidentin | Bildungsabwendungsprämie |
| 2013 | GroKo | Protz-Bischof | Armutseinwanderung |
| 2014 | Lichtgrenze | schwarze Null | Götzseidank |
| 2015 | Flüchtlinge | Je suis Charlie | Grexit |
| 2016 | postfaktisch | Brexit | Silvesternacht |
| 2017 | Jamaika-Aus | Ehe für alle | #MeToo |
| 2018 | Heißzeit | Funklochrepublik | Ankerzentren |
| 2019 | Respektrente | Rollerchaos | Fridays for Future |
| 2020 | Corona-Pandemie | Lockdown | Verschwörungserzählung |
| 2021 | Wellenbrecher | SolidAHRität | Pflexit |
| 2022 | Zeitenwende | Krieg um Frieden | Gaspreisbremse |
| 2023 | Krisenmodus | Antisemitismus | leseunfähig |
| 2024 | Ampel-Aus | Klimaschönfärberei | kriegstüchtig |
| 2025 | KI-Ära | Deal | Land gegen Frieden |
Warum fehlen die Jahre 1972 bis 1976?
Die Geschichte des „Wortes des Jahres“ beginnt 1971 mit „aufmüpfig“. Der Sprachwissenschaftler Broder Carstensen veröffentlichte die Auswahl 1972 in der Zeitschrift Der Sprachdienst unter dem Titel „Die Wörter des Jahres 1971“.
Eine jährliche Wahl gab es zunächst jedoch nicht. Erst 1977 griff Carstensen die Idee auf Initiative des damaligen Sprachdienst-Redakteurs Helmut Walther wieder auf. Das Wort des Jahres 1977 wurde „Szene“. Seitdem wird die Auswahl regelmäßig fortgeführt.
Was ist die Gesellschaft für deutsche Sprache?
Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat ihren Sitz in Wiesbaden und beschäftigt sich mit der deutschen Gegenwartssprache. Sie beobachtet sprachliche Entwicklungen, betreibt Sprachberatung und informiert über Veränderungen im deutschen Sprachgebrauch. Zu ihren bekanntesten Aktionen gehört die Wahl der Wörter des Jahres.
Dabei werden Wörter und Wendungen ausgewählt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres in besonderer Weise geprägt haben.
Wie wird das Wort des Jahres gewählt?
Die GfdS sammelt im Laufe des Jahres mehrere Tausend sprachliche Belege aus der Medienbeobachtung und aus externen Einsendungen. Aus diesem Material wählt eine Jury aus Mitgliedern des Hauptvorstands und wissenschaftlichen Mitarbeitenden zehn Wörter und Wendungen aus.
Entscheidend ist dabei nicht allein, wie häufig ein Wort verwendet wurde. Berücksichtigt werden vor allem seine Bedeutung und Popularität im jeweiligen Jahr. Die Auswahl ist ausdrücklich keine Empfehlung oder Wertung der betreffenden Begriffe.
Wann wird das Wort des Jahres bekannt gegeben?
Das Wort des Jahres wird gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. In den vergangenen Jahren erfolgte die Bekanntgabe meist Anfang Dezember. 2025 veröffentlichte die GfdS die Wörter des Jahres am 5. Dezember.
Wörter als Spiegel ihrer Zeit
Ein Blick auf die Liste zeigt, wie stark die Wörter des Jahres mit politischen und gesellschaftlichen Ereignissen verbunden sind. „Tschernobyl“ erinnert an die Reaktorkatastrophe von 1986, „Reisefreiheit“ an den Umbruch von 1989 und „die neuen Bundesländer“ an die deutsche Wiedervereinigung 1990.
Auch Begriffe wie „Teuro“, „Wutbürger“, „Corona-Pandemie“ oder „Zeitenwende“ stehen unmittelbar für Debatten und Ereignisse ihrer jeweiligen Jahre. Manche Wörter verschwinden schnell wieder aus dem alltäglichen Sprachgebrauch, andere bleiben dauerhaft Teil der deutschen Sprache.
Wort des Jahres 2026
Das Wort des Jahres 2026 steht noch nicht fest. Sobald die Gesellschaft für deutsche Sprache die neue Auswahl veröffentlicht, werden die drei Erstplatzierten ergänzt.




