Groß- und Kleinschreibung
Die Groß- und Kleinschreibung bereitet vor allem bei Farben, Sprachbezeichnungen, Tageszeiten und substantivierten Wörtern häufig Schwierigkeiten. Die wichtigsten Regeln finden Sie hier kurz und verständlich zusammengefasst.
Farbbezeichnungen
1. Farben als Substantive
Werden Farbbezeichnungen als Substantive verwendet, schreibt man sie groß:
Sie trägt gerne Grün.
Die Ampel zeigt Rot.
Wenn man Rot und Blau mischt, entsteht Violett.
Das gilt auch nach einer Präposition:
Das Kleid ist auch in Blau erhältlich.
Bei Rot müssen Sie stehen bleiben.
2. Farben als Adjektive
Beschreibt die Farbe die Eigenschaft eines Gegenstandes, wird sie kleingeschrieben:
Sie trägt eine grüne Jacke.
Die Ampel ist rot.
Ihm wurde schwarz vor Augen.
Merksatz:
Kann man mit „Was?“ fragen, liegt häufig ein Substantiv vor: „Sie trägt gerne was? – Grün.“ Kann man mit „Wie?“ fragen, handelt es sich meistens um ein Adjektiv: „Wie ist die Ampel? – Rot.“
In festen Wendungen werden Farbbezeichnungen häufig kleingeschrieben:
etwas schwarz auf weiß besitzen
alles grau in grau malen
Sprachbezeichnungen
1. Sprache als Substantiv
Bezeichnet das Wort die Sprache selbst, wird es großgeschrieben:
Er spricht fließend Spanisch.
Der Vertrag wurde ins Englische übersetzt.
Wir unterhalten uns auf Französisch.
2. Sprache als Adjektiv oder Adverb
Wird die Sprachbezeichnung adjektivisch oder adverbial verwendet, schreibt man sie klein:
Sie sprechen spanisch miteinander.
Wir lesen einen englischen Text.
Das französische Dokument liegt bereits vor.
Substantivierte Adjektive
Adjektive werden großgeschrieben, wenn sie wie Substantive verwendet werden:
Das Wichtigste ist bereits erledigt.
Wir wünschen Ihnen alles Gute.
Sie hat etwas Neues erfahren.
Im Allgemeinen sind die Regeln leicht verständlich.
Auch bestimmte Paarformeln zur Bezeichnung von Personen oder Gegensätzen werden großgeschrieben:
Arm und Reich
Alt und Jung
Groß und Klein
jenseits von Gut und Böse
Tageszeiten
1. Tageszeiten als Substantive
Tageszeiten werden als Substantive großgeschrieben:
eines Abends
gegen Morgen
am Mittag
in der Nacht
Guten Abend!
2. Tageszeiten nach „gestern“, „heute“ und „morgen“
Auch nach den Adverbien gestern, heute und morgen werden Tageszeiten großgeschrieben:
heute Morgen
gestern Abend
morgen Mittag
heute Nacht
3. Wochentage und Tageszeiten
Zusammengesetzte Bezeichnungen aus einem Wochentag und einer Tageszeit werden zusammengeschrieben:
der Montagmorgen
am Freitagabend
Ich rufe dich Montagmorgen an.
Bei einer regelmäßigen Wiederholung wird kleingeschrieben:
montagmorgens
freitagabends
Wir treffen uns immer montags morgens.
Zahlwörter
Substantivierte Grund- und Ordnungszahlen werden großgeschrieben:
Er hat eine Eins geschrieben.
Sie kam als Erste nach Hause.
Jeder Dritte nahm an der Umfrage teil.
Die Rechnung geht in die Tausende.
Bei unbestimmten Mengenangaben mit hundert oder tausend sind Groß- und Kleinschreibung möglich:
Vor dem Kino standen ein paar hundert Menschen.
Vor dem Kino standen ein paar Hundert Menschen.
Herkunftsbezeichnungen
1. Herkunftsbezeichnungen auf „-er“
Von Ortsnamen abgeleitete Herkunftsbezeichnungen mit der Endung -er werden großgeschrieben:
der Kölner Dom
Berliner Unternehmen
Bremer Kaufleute
Schweizer Käse
2. Herkunftsbezeichnungen auf „-isch“
Von Orts- oder Ländernamen abgeleitete Adjektive mit der Endung -isch werden normalerweise kleingeschrieben:
französischer Wein
italienische Mode
indischer Tee
deutsche Unternehmen
Substantive in festen Verbindungen
Substantive behalten auch innerhalb fester Verbindungen ihre Großschreibung:
Auto fahren
Rad fahren
Klavier spielen
Schlange stehen
in Kauf nehmen
sich in Acht nehmen
Ernst machen
zu Hilfe kommen
Groß- oder Kleinschreibung möglich
Bei einigen festen Wendungen sind beide Schreibweisen zulässig:
Recht haben oder recht haben
Recht bekommen oder recht bekommen
Unrecht tun oder unrecht tun
achtgeben oder Acht geben
maßhalten oder Maß halten
aufgrund oder auf Grund
vonseiten oder von Seiten
Adjektive in Verbindung mit „sein“, „bleiben“ und „werden“
Einige Wörter, die ursprünglich Substantive waren, werden in Verbindung mit sein, bleiben</em oder werden kleingeschrieben:
Mir ist angst und bange.
Es ist mir ernst.
Das tut mir leid.
Sie ist schuld daran.
Das Unternehmen ist pleite.
Der Hinweis ist es wert.
Der Unterschied wird im Vergleich besonders deutlich:
Ich mache Ernst. – Es ist mir ernst.
Du hast Recht oder recht. – Mir ist es recht.
