Ulrich Blumenbach

Das erste Mal, dass ich ganz bewusst mit dem Beruf des Übersetzers konfrontiert wurde, war, als ich als Jugendlicher den großartigen Roman „Ich raube, also bin ich“ von Tibor Fischer las. Das Werk ist mit Wortspielen, Neologismen, Witzen und Anspielungen nur so gespickt, und am Ende findet sich tatsächlich – was ja wirklich selten ist – eine kurze Danksagung seines Übersetzers: Ulrich Blumenbach. Zu behaupten, diese Begebenheit sei für meine Berufswahl ausschlaggebend gewesen, wäre ziemlich übertrieben, beeindruckt war ich aber schon. Und merkte mir den Namen Blumenbach und griff immer wieder gern zu, stand er am Buchanfang hinter „Aus dem Englischen von“.

Restlos angetan war ich dann von David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“. Wobei das natürlich auch am Buch selbst liegt. Aber die Übersetzung ist tatsächlich fast ebenso ehrfurchteinflößend. Da an zahlreichen anderen Stellen bereits umfassend auf das Buch, seinen Autor und den Übersetzer Blumenbach eingegangen wird, hier nur für alle Sprachbegeisterten und Vielleser die ganz dringende Empfehlung, mal ein paar der Blumenbach-Übersetzungen auszuprobieren, allen voran natürlich den unendlichen Spaß.

Als kleine Zusatzlektüre sei dringend dieses Interview mit dem Übersetzer empfohlen, in dem er auf Foster Wallace ebenso zu sprechen kommt wie auf die Arbeit des Literaturübersetzers (und vor allem die leider haarsträubend ungerechte Entlohnung dafür). Sehr, sehr interessant!