Serie: Aus dem Werkzeugkasten eines Übersetzers

1. Translation-Memory-Systeme

Nichts bringt einen professionellen Fotografen mehr auf die Palme, als wenn man ihm sagt, mit so einer teuren Kamera würde man solche tollen Fotos sicherlich auch hinbekommen. Übersetzern geht es nicht anders, wenn sie auf ihre Werkzeuge reduziert werden – nach dem Motto „mit den richtigen Wörterbüchern und Google kann das doch jeder“.

So, wie der Fotograf nicht bloß den Auslöser betätigt, schlagen wir nicht einzelne Wörter nach und copypasten dann in Nullkommanichts eine funktionierende Übersetzung zusammen. Eigentlich merkwürdig, dass man das als Übersetzer immer wieder unterstreichen muss. Doch natürlich kommt bei professionellen Sprachmittlern durchaus professionelle, moderne Technologie zum Einsatz. Genau darum soll es in dieser Reihe von Blogartikeln gehen. Heute fangen wir auch direkt mit einer der wichtigsten Waffen im Arsenal eines jeden Fachtextübersetzers an: den TM-Systemen.

Von Trados Studio bis MemoQ – verschiedene Tools, ein Prinzip

Auf dem Markt für professionelle TM-Systeme tummeln sich neben Marktführern wie SDL Trados Studio oder MemoQ zahllose mal mehr, mal weniger bekannte Tools. Teilweise sind das eigene Systeme großer Lokalisierungsunternehmen oder proprietäre CMS-Abwandlungen, die in Sprachendiensten internationaler Konzerne zum Einsatz kommen und irgendwie ihren Weg in die Übersetzerszene gefunden haben. Die Programme fallen, was Handling und Funktionsumfang betrifft, höchst unterschiedlich aus, das Grundprinzip ist aber fast allen gemein: Der Übersetzer bzw. die Übersetzerin übersetzt, und das Translation-Memory-System speichert die einzelnen Satzpaare in einer Datenbank ab. Per individuell einstellbarem Matching-System kann das Tool dann, wenn ein identischer ähnlicher Textabschnitt wie früher auftaucht, Vorschläge aus dem bestehenden Datenbestand machen und zeigt, wo sich der neue vom alten Satz unterscheidet. Darüber hinaus kann per so genannter Konkordanzsuche auch gezielt nach bestehenden Übersetzungen und Wendungen gesucht werden. Die beiden ganz großen Vorteile: Wiederkehrende Textpassagen müssen nicht immer wieder neu übersetzt werden, Übersetzer und Kunde sparen Zeit und Geld. Und die Übersetzung wird konsistenter, was gerade im technischen Bereich unerlässlich ist, um Missverständnisse zu verhindern.

Darüber hinaus erlauben es moderne TM-Systeme, sich voll und ganz auf die übersetzerische Arbeit zu konzentrieren: Weitgehend unabhängig vom bereitgestellten Dateiformat wird in einer textorientierten Oberfläche gearbeitet, in der Ausgangs- und Zieltext übersichtlich nebeneinander stehen. Erst so wird ein effizientes Arbeiten für Übersetzer, aber z. B. auch zweisprachige Lektoren möglich. Nach getaner Arbeit kann der zielsprachliche Text dann ins Ursprungsformat zurückkonvertiert werden, von Word-Docs über Powerpoint-Präsentationen bis zu HTML-Seiten.

Grenzen der TM-Systeme

So sinnvoll Translation-Memory-Tools für Übersetzungsbüros und jeden professionellen Fachübersetzer sind (bei SATZGEWINN waren sie von Anfang an nicht aus der Arbeit wegzudenken), gibt es auch Aufgaben, für die man sie besser weglässt: Wann immer eine wirklich kreative Leistung gefragt ist, ein Text eher adaptiert als übersetzt werden soll, bildet die Segmentierung in Sätze, die alle TM-Systeme nun mal gemeinsam haben, ein zu starres Korsett.

Wenn wir uns also Freiräume suchen wollen oder müssen, bleibt Trados erst mal aus – und wir fangen ganz klassisch mit einer leeren Seite an. SATZGEWINN erklärt Ihnen gerne, mit welchen Tools das Übersetzer-Team arbeitet.

Übersetzungsbüro Köln  SATZGEWINN
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Übersetzungsspezialist Köln